Bundesbank: Bankgewinne 2025 im 3. Jahr über dem Durchschnitt
Die Deutsche Bundesbank teilte am 16. September 2026 mit, dass die Gewinne der deutschen Kreditinstitute 2025 das dritte Jahr in Folge weit über dem langfristigen Durchschnitt lagen. Die Details stehen im Monatsbericht September 2026.
Matthias Brede8 Min. Lesezeit

Stand: 17. September 2026
Die Deutsche Bundesbank teilte am 16. September 2026 mit, dass die Gewinne der deutschen Kreditinstitute im Jahr 2025 das dritte Jahr in Folge weit über dem langfristigen Durchschnitt lagen. Die Ertragslage habe sich 2025 auf bemerkenswert hohem Niveau präsentiert, heißt es in der Veröffentlichung der Bundesbank. Die Details stehen im Monatsbericht September 2026 zur Ertragslage der deutschen Kreditinstitute im Jahr 2025.
Für Inhaber, die Betriebsmittellinien verlängern, eine Maschine finanzieren oder eine Nachfolge über einen Kredit abbilden, ist das eine Rahmeninformation und keine Zusage. Die Bundesbank beschreibt die Ertragslage der Institute. Sie sagt in den hier ausgewerteten Veröffentlichungen nichts darüber, wie sich die Kreditvergabe an Unternehmen 2025 entwickelt hat.
Dieses Dossier hält fest, was belegt ist, was nicht belegt ist und welchen Unterschied das für ein Kreditgespräch macht. Es wird aktualisiert, sobald die Bundesbank weitere Angaben zu 2025 veröffentlicht.
1. Was die Bundesbank für 2025 meldet
Der Kernsatz ist kurz: Die Gewinne der deutschen Kreditinstitute lagen 2025 das dritte Jahr in Folge weit über dem langfristigen Durchschnitt. So steht es in der Veröffentlichung der Bundesbank vom 16. September 2026. Die dritte Periode in Folge ist die eigentliche Aussage, denn ein einzelnes starkes Jahr wäre ein Ausreißer, drei sind ein Muster.
Die Bundesbank ordnet das Niveau zusätzlich ein. Die Ertragslage der deutschen Kreditinstitute präsentierte sich im Jahr 2025 auf bemerkenswert hohem Niveau, so die Formulierung in derselben Veröffentlichung. Eine Bewertung, ob dieses Niveau gehalten werden kann, enthält die Mitteilung nicht.
Die ausführliche Darstellung liegt im Monatsbericht zur Ertragslage der deutschen Kreditinstitute im Jahr 2025, veröffentlicht im September 2026. Eine englischsprachige Fassung erschien parallel als Bericht zur Leistung deutscher Kreditinstitute im Jahr 2025. Beide Berichte gehören zur Reihe der Monatsberichte der Bundesbank.
Die Bundesbank spricht von den deutschen Kreditinstituten insgesamt, also von einem Aggregat über alle Institutsgruppen hinweg. Ein einzelnes Haus kann in diesem Aggregat deutlich über oder unter dem Mittelwert liegen, ohne dass die Mitteilung darüber etwas aussagt.
2. Was in den Belegen steht und was nicht
Die ausgewerteten Veröffentlichungen nennen keine absolute Gewinnhöhe der deutschen Kreditinstitute für 2025 in Euro. Sie nennen auch keinen bezifferten Vergleichswert für den langfristigen Durchschnitt, gegen den die Gewinne gemessen werden.
Ebenso fehlt in den Belegen eine Aufschlüsselung nach Bankengruppen. Wie sich Sparkassen, Genossenschaftsbanken und private Kreditbanken im Einzelnen entwickelt haben, geht aus den hier verwendeten Quellen nicht hervor. Wer diese Differenzierung braucht, muss in den Monatsbericht selbst und in die Statistikangebote der Bundesbank schauen.
Auch die Bestandteile des Ergebnisses bleiben in den Belegen unbeziffert. Zinserträge und Provisionsüberschüsse werden nicht einzeln ausgewiesen, ebenso nicht die Risikovorsorge und die Kreditausfälle des Jahres 2025. Damit lässt sich aus den hier ausgewerteten Quellen nicht ableiten, woher die Gewinne kamen.
Die Bundesbank stellt für die Detailarbeit zwei laufende Datensammlungen bereit: die Statistik zu den Gewinn- und Verlustrechnungen der Banken und die Ertragslagedaten zu Banken und anderen Finanzunternehmen. Beide Angebote waren am 16. September 2026 abrufbar.
Was die Belege abdecken
| Angabe | In den Belegen enthalten |
|---|---|
| Gewinne 2025 drittes Jahr in Folge über langfristigem Durchschnitt | ja |
| Niveau der Ertragslage 2025 als bemerkenswert hoch bezeichnet | ja |
| Risikohinweis zum gesamtwirtschaftlichen Umfeld 2026 | ja |
| Absolute Gewinnhöhe 2025 in Euro | nein |
| Bezifferter langfristiger Durchschnitt | nein |
| Aufschlüsselung nach Bankengruppen | nein |
| Zinserträge und Provisionsüberschüsse einzeln | nein |
| Risikovorsorge und Kreditausfälle 2025 | nein |
| Eigenkapitalquoten der Institute | nein |
| Kreditvergabe an Unternehmen 2025 | nein |
Diese Lückenliste ist kein Formfehler der Bundesbank, sondern die Grenze dessen, was aus der Mitteilung und den Ankündigungen der Berichte belegbar ist. Für eine Kreditverhandlung zählt die Lage des einzelnen Instituts, nicht der Aggregatwert für alle deutschen Kreditinstitute.
3. Der Risikovorbehalt für 2026
Die Bundesbank hängt an die guten Zahlen einen Vorbehalt. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld bleibe 2026 mit zahlreichen Risiken behaftet und könne die Ertragslage der Banken belasten, heißt es in der Veröffentlichung vom 16. September 2026. Welche Risiken das im Einzelnen sind, führt der hier ausgewertete Beleg nicht aus.
Der Satz ist im Konjunktiv formuliert und bleibt hier im Konjunktiv. Er beschreibt eine Möglichkeit, keine Prognose mit Wahrscheinlichkeit. Zwischen „könnte belasten“ und „wird belasten“ liegt für einen Kreditnehmer ein ganzes Verhandlungsjahr.
Ein Institut, das für 2026 mit höheren Belastungen rechnet, wird Sicherheiten und Tilgungspläne genauer prüfen, ohne das mit der eigenen Gewinnlage zu begründen. Wer eine Finanzierung ins Jahr 2027 verschiebt, verschiebt sie in ein Umfeld, das die Bundesbank in den ausgewerteten Belegen nicht beschreibt.
4. Was hohe Bankgewinne über Finanzierung aussagen und was nicht
Ertragslage und Kreditangebot sind zwei verschiedene Größen. Ein Institut mit hohen Gewinnen kann seine Kreditvergabe ausweiten, es kann sie aber auch straffen, wenn es die Risiken anders bewertet. Die hier ausgewerteten Bundesbank-Quellen sagen zu diesem Zusammenhang nichts.
Belastbar ist nur eines: Die Ertragsseite der Banken war 2025 nach Darstellung der Bundesbank nicht der Engpass. Wer 2026 eine Absage auf eine Finanzierungsanfrage bekommt, wird die Begründung im eigenen Zahlenwerk und in der Risikoeinschätzung des Instituts suchen müssen, nicht in einer schwachen Ertragslage des Bankensektors.
Dazu passt das konjunkturelle Umfeld, über das wir an anderer Stelle berichtet haben. Im Juni 2026 zählte das Statistische Bundesamt 2.266 Unternehmensinsolvenzen, ein Plus von 15,8 Prozent, und der Handwerksumsatz sank im zweiten Quartal 2026 real um 1,4 Prozent. Ein Kreditgespräch findet also nicht im luftleeren Raum statt, sondern vor einem Branchenbild, das die Bank kennt.
Drei Jahre mit Gewinnen weit über dem langfristigen Durchschnitt sind für den Sektor ein Befund, für den einzelnen Betrieb aber kein Argument, das im Kreditausschuss zieht. Wer mit der Ertragslage der Banken in ein Gespräch geht, hat noch keine Unterlage vorgelegt.
5. Wie Unternehmer die Bundesbank-Daten selbst nutzen
Die Ertragslagedaten und die Statistik der Gewinn- und Verlustrechnungen sind öffentlich zugänglich. Sie ersetzen kein Rating und keine Kreditwürdigkeitsprüfung, liefern aber den Rahmen, in dem ein Institut argumentiert. Wer die Zahlen zitiert, sollte sie mit Jahr und Fundstelle zitieren, sonst wird aus einer Statistik ein Stimmungsbild.
Sinnvoll ist eine schlichte Arbeitsreihenfolge. Zuerst der Monatsbericht für die Darstellung des Jahres 2025, danach die Ertragslagedaten für die Zeitreihen, zuletzt der eigene Jahresabschluss und die Planzahlen. Nur die letzte Position ist es, die die Bank bewertet.
Ergänzend veröffentlicht die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) eigene Erhebungen zur Unternehmensfinanzierung. Im September 2026 legte KfW Research drei Panels und drei neue Studien vor. Welche Aussagen diese Studien zur Kreditvergabe 2025 enthalten, ist nicht Gegenstand der hier ausgewerteten Bundesbank-Belege.
6. Offene Punkte für die nächste Fassung
Sieben Angaben fehlen in den ausgewerteten Belegen und entscheiden darüber, wie belastbar der Befund für Finanzierungsfragen ist. Das sind die absolute Gewinnhöhe 2025 in Euro, der bezifferte langfristige Durchschnitt und die Aufschlüsselung nach Bankengruppen. Dazu kommen Zinserträge und Provisionsüberschüsse, Risikovorsorge und Kreditausfälle, die Eigenkapitalquoten der Institute sowie die Entwicklung der Kreditvergabe an Unternehmen im Jahr 2025.
Diese Punkte werden hier ergänzt, sobald sie aus einer Primärquelle belegt sind. Bis dahin gilt der Befund in der Form, in der die Bundesbank ihn formuliert hat, und nicht in einer zugespitzten Lesart.
Was das für Unternehmer heißt
Die Ertragslage der Banken war 2025 nach Darstellung der Bundesbank hoch, das dritte Jahr in Folge. Daraus folgt kein Anspruch auf bessere Konditionen, wohl aber das Argument, dass eine Ablehnung nicht mit der Lage des Sektors begründet werden kann. Wer 2026 finanziert, bereitet die eigenen Zahlen so auf, dass die Bank die Tilgungsfähigkeit ohne Rückfragen erkennt, und holt mindestens zwei Angebote ein, weil die Ertragslage einzelner Institute in den Belegen nicht aufgeschlüsselt ist. Für Nachfolger gilt dasselbe in schärferer Form: Eine Übernahmefinanzierung wird an der Ertragskraft des Betriebs gemessen, nicht an der Ertragskraft der Bank. Und wer den Risikovorbehalt der Bundesbank für 2026 ernst nimmt, verhandelt Laufzeiten und Zinsbindung lieber jetzt als im nächsten Abschwung.
Quellen
- Deutsche Bundesbank, Deutsche Kreditinstitute erzielen 2025 erneut hohe Gewinne, Stand 16. September 2026 (Primärquelle)
- Deutsche Bundesbank, Monatsbericht: Die Ertragslage der deutschen Kreditinstitute im Jahr 2025, September 2026 (Primärquelle)
- Deutsche Bundesbank, Report: The performance of German credit institutions in 2025, September 2026 (Primärquelle)
- Deutsche Bundesbank, Statistik der Gewinn- und Verlustrechnungen der Banken, abgerufen 16. September 2026
- Deutsche Bundesbank, Ertragslagedaten zu Banken und anderen Finanzunternehmen, abgerufen 16. September 2026
Änderungsprotokoll
- September 2026: Erstfassung auf Basis der Bundesbank-Veröffentlichung vom 16. September 2026. Offen bleiben die absolute Gewinnhöhe 2025, der bezifferte langfristige Durchschnitt, die Aufschlüsselung nach Bankengruppen, Zinserträge und Provisionsüberschüsse, Risikovorsorge und Kreditausfälle, Eigenkapitalquoten sowie die Entwicklung der Kreditvergabe an Unternehmen. Diese Punkte werden ergänzt, sobald sie belegt sind.
Kurz gesagt
Die Bundesbank meldet für 2025 das dritte Jahr mit Gewinnen weit über dem langfristigen Durchschnitt, nennt in der Mitteilung aber keine absolute Zahl und keinen Vergleichswert.
Dieser Beitrag ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung.